Meine Geschichte · Essay · Roland A. Puck

1. November 2026

Offenheit · Zusammenarbeit

Woran Du bei mir bist.

Warum ich meine Persönlichkeitstests veröffentliche, und warum ich von Dir trotzdem keinen verlange.

Ich gehe davon aus, dass eine Zusammenarbeit, eine Kooperation oder ein Investment erfolgversprechender wird, wenn alle wissen, woran sie sind. Nicht nur fühlen. Wissen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Testergebnisse zu veröffentlichen.

Von Menschen, die mit mir arbeiten wollen, erwarte ich nicht dieselbe volle Offenheit. Aber ich lade Dich ein, dass wir beide schon vor dem ersten Gespräch wissen, worauf wir uns einlassen. Nicht damit keine Zeit verschwendet wird. Sondern damit Du vorher weißt, worauf Du Dich einlässt. Das ist ein Unterschied.

Was ich getestet habe, und was nicht

Veröffentlicht sind zwei Ergebnisse, beide vom 11. August 2026: mein HIGH5-Test und mein Big-Five-Test. Ich trenne die beiden bewusst, weil sie oft in einen Topf geworfen werden, obwohl sie Verschiedenes messen. HIGH5 sagt, was ich gern und gut tue. Die Big Five sagen, wie ich im Stil bin: offen, gewissenhaft, gesellig, verträglich, gelassen.

Ein drittes Profil kommt dazu: der HEXACO-Test. Er misst als sechste Dimension Ehrlichkeit und Bescheidenheit, und genau die interessiert mich bei Zusammenarbeit am meisten.

Noch eine Ehrlichkeit: Die Kennzahlen zur Zuverlässigkeit von HIGH5 stammen vom Hersteller selbst, eine unabhängige wissenschaftliche Prüfung wird dort nicht ausgewiesen. Mein HIGH5-Ergebnis ist für mich deshalb eine Stimme unter mehreren, nicht die Wahrheit. Die Big Five sind das am besten untersuchte Persönlichkeitsmodell, das es gibt.

Fünf Stärken und ihre Kehrseiten

Laut HIGH5 liegen 63 Prozent meines Profils in der Familie Denken, 20 Prozent im Fühlen, 16 Prozent im Motivieren. Und 1 Prozent im Machen. Meine fünf stärksten Stärken, jeweils mit dem, was der Bericht selbst als Warnung dazuschreibt:

StärkeWas das heißtWorauf Du Dich einstellen kannst
1 StrategeIch sehe das große Ganze und wie alles zusammenhängt.Ich werde ungeduldig mit Menschen, die langsamer entscheiden. Und ich kann im Planen hängen bleiben, statt zu handeln.
2 AnalystIch suche in vielen Daten Einfachheit und Klarheit.Mein sachlicher Blick kann kühl wirken. Und Analyse kann bei mir zur Abwehr werden, wenn mir eine Rückmeldung nicht passt.
3 CoachIch entdecke Potenzial in Menschen und fördere es.Ich schiebe Menschen manchmal in Rollen, für die sie noch nicht bereit sind. Und ich vergesse dabei gern mich selbst.
4 KatalysatorIch bringe Dinge in Gang, wo es stockt.Mein Tempo kann andere überfordern. Ist der erste Schwung weg, verliere ich leicht das Interesse.
5 WissbegierigerIch lerne gern, viel und quer.Ich verzettele mich. Ein neues Thema lenkt mich schnell von einem laufenden ab.

Meine Big Five: die Kanten

Das Stärkenprofil zeigt, was ich kann. Die Big Five zeigen auch, wo es eng wird.

DimensionWertWas das für mich heißt
Offenheit88Sehr hoch. Neue Ideen, ungewöhnliche Wege, abstraktes Denken.
Gewissenhaftigkeit65Mittel. Der ehrlichste Wert in meinem Profil.
Extraversion52Genau die Mitte. Ich kann einen Raum füllen und brauche danach Ruhe.
Verträglichkeit73Hoch. Ich helfe gern, ohne mich aufzuopfern.
Neurotizismus42Unter der Mitte. Krisen bearbeite ich eher mit Analyse als mit Panik.

Meine Offenheit ist der Motor, ohne sie gäbe es das puck.house nicht. Meine Gewissenhaftigkeit ist die Kante: Mein Anspruch an Struktur ist größer als meine Lust auf Routine. Und meine Extraversion liegt genau in der Mitte. Nach außen wirke ich wie ständig eingeschaltet, tatsächlich brauche ich das Turmzimmer zum Auftanken, nicht zur Dekoration.

Ein Absatz zu Astrologie und Numerologie

Es gibt noch einen dritten Stapel Unterlagen über mich: eine Astro-Numerologie-Deutung vom 19. August 2026. Ich lege sie hier nicht im Detail offen, verschweige sie aber auch nicht: Waage-Sonne im siebten Haus, Merkur in Konjunktion mit Pluto, Lebenszahl 4, Persönlichkeitszahl 33. Ich weiß, wie das in manchen Ohren klingt. Mich hält das nicht davon ab, diese Bilder zu mögen. Für mich passen sie auffällig oft zu dem, was die Tests messen, und am Stammtisch sind sie ein besserer Gesprächsstoff als das Wetter. Wer mehr wissen will, fragt mich.

Ein Prozent Machen

Über diese Zahl musste ich am meisten lachen, und sie ist die ehrlichste im ganzen Bericht. Ich bin Starter und Denker. Laut HIGH5 steht die Familie, die organisiert, Ziele abschließt und Dinge fertig macht, bei mir bei einem Prozent. Meine Big Five erzählen dieselbe Geschichte in einer anderen Sprache: Gewissenhaftigkeit 65, mitten im Feld.

Was heißt das praktisch? Ich brauche Menschen, die dort gut sind, wo ich es nicht bin. Das ist keine Bescheidenheitsfloskel, das ist der Bauplan meiner Arbeitsweise. Im puck.house ist daraus ein Prinzip geworden: Bei jedem Paket kann ein Teil des Preises durch Mithilfe ausgeglichen werden. Zusammenarbeit ist für mich kein nettes Beiwerk, sondern die einzige Art, wie ich gut funktioniere.

Der Stammtisch im puck.house von der Galerie aus gesehen, schwarz-weiß: ein großer ovaler Holztisch auf Fischgrätparkett, darauf Lampenteile, Werkzeug, Kabel, ein Bildschirm, leere Stühle.
Der Stammtisch im puck.house, von der Galerie aus fotografiert, 1. November 2026. Bewusst in Schwarz-Weiß: Hier ist noch nichts fertig, alles ist im Entstehen. Gefüllt ist dieser Tisch erst, wenn Menschen daran sitzen. Dieses Bild kann ich als Gastgeber nicht selbst machen.

Die Niederlage, aus der das kommt

Im September 2019, zum geplanten offiziellen Eröffnungszeitpunkt von the5thP, wird mein Burnout deutlich. Was ich vorantreiben will, geht weit über meine Kräfte. Die folgenden Monate werden zu einer schweren persönlichen Krise. Ich wollte beweisen, dass meine Wahrheit die richtige ist. Sie war es nicht.

Heute lese ich in meinem HIGH5-Bericht unter den Warnungen zum Katalysator einen Satz, der mir damals geholfen hätte: Der ständige Drang, Dinge anzustoßen und voranzutreiben, kann zum Burnout führen, bei einem selbst und im Team. Meine Lehre daraus: Meine Stärken brauchen einen Rahmen, sonst fressen sie mich auf. Und ich brauche Menschen, die fertig machen, was ich anstoße, und die mir sagen, wann es genug ist. Meine Geschichte dazu steht in meiner Lebensgeschichte.

Was Tests können, und was nicht

Ich bin kein Testgläubiger. Das Wichtigste aus der Forschung ist schnell gesagt: Kein Persönlichkeitstest sagt voraus, ob zwei bestimmte Menschen zusammenpassen. In einer Studie mit Speeddates konnten mehr als hundert Selbstauskünfte, die vorher erhoben wurden, nicht vorhersagen, wer wen besonders mag. Was zählt, ist die Arbeitsbeziehung, die zwei Menschen miteinander aufbauen. Im Coaching hängt sie deutlich mit dem Erfolg zusammen.

Warum veröffentliche ich dann überhaupt? Weil ein Profil nicht vorhersagt, aber erklärt. Es ist keine Urkunde, sondern eine Landkarte. Und weil Offenheit über die eigene Art vor allem eines zeigt: Hier ist jemand, mit dem man reden kann, bevor etwas schiefläuft.

Was das für uns bedeutet

Wenn Du mit mir arbeiten willst, erwartet Dich keine Testschranke. Du buchst, so wie es ist. Danach lade ich Dich ein, einen von drei gleichwertigen Wegen zu wählen:

  • Du teilst Dein Testergebnis, wenn Du eines hast.
  • Du beantwortest drei kurze Fragen dazu, was Du willst.
  • Du lässt es bleiben, und wir reden einfach.

Alle drei Wege führen zum selben Gespräch. Wenn Du vorher selbst einen Test machen willst: Der IPIP-NEO-120 misst die Big Five, ist kostenlos, auf Deutsch und dauert etwa fünfzehn Minuten.

Und damit es keine Missverständnisse gibt: Testergebnisse spielen bei mir eine Rolle, aber nicht die Hauptrolle. Sie sind Gesprächsstoff unter mehreren. Ob wir zusammenarbeiten, entscheidet kein Prozentwert, sondern das, was wir im Gespräch voneinander sehen.

Zum Schluss

Meine ersten fünfzig Jahre fasse ich so zusammen: Ich weiß, was ich kann. Ich weiß, wo ich anstrengend bin. Und ich rede über fast alles, wenn mein Gegenüber das will. Die Tests sind dafür nur die Vokabelhilfe. Das Eigentliche schreibe ich selbst.

Woran Du bei mir bist, weißt Du jetzt. Ich freue mich darauf zu erfahren, woran ich bei Dir bin.

Roland A. Puck

Quellen

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