Meine Geschichte · Roland A. Puck

2012–2013

SPiNNWERK · Eskimo · Tschisi

Ich mache aus Sehnsucht eine Kampagne.

Beitragskarte: Ich mache aus Sehnsucht eine Kampagne.

Gunnar wechselt von Knorr zu Eskimo. Als wir uns mit dem Tschisi-Comeback beschäftigen, ist die Sehnsucht nach dem gelben Eis längst da. Schon vorher gibt es Unterschriftenlisten, Anfragen und Bewegungen auf Social Media. Die Nachfrage müssen wir nicht erfinden.

Im Auftrag von Eskimo entwickle ich einen Verstärker: eine Wette und die Kommunikation dazu. Die Idee zur Wette ist meine. Peter Brandlmayr, mein ältester Freund aus der Schulzeit, macht mit. Über ihn lerne ich Marcel Schachinger kennen. Beide sind aus Spaß an der Sache dabei, ohne Bezahlung.

Ich dirigiere die Kampagne, aber Peter und Marcel bekommen viel freie Hand bei der Ausgestaltung der Wette und ihrer Kommunikation. Das ist mir bis heute wichtig: Wenn man Multiplikatoren, Influencer oder Creator in eine Marke holt, müssen sie sie selbst bleiben dürfen.

Auch innerhalb von Unilever ist die Rückkehr nicht einfach durchzusetzen. Die Schwierigkeiten sind echt und werden kommuniziert. Das größte Problem ist das handgeschriebene Rezept des Werkmeisters. Man muss es erst einmal in Bergen analoger Ordner finden. Und dann klären, welches Rezept nun tatsächlich das Original ist.

Die Produktionsstraße für die typischen Löcher gibt es ebenfalls nicht mehr. Eine eigene Linie für ein kleines Land wieder aufzubauen, wäre teuer. Die Lösung ist die Brickerl-Fertigungsstraße. Das Tschisi kommt zurück, aber ohne Löcher.

Das Comeback wird eine der erfolgreichsten Eskimo-Produkteinführungen: Im Juli 2013 berichtet Gunnar von knapp acht Millionen verkauften Stück seit Kalenderwoche zehn (HORIZONT).

Mit der Einführung bekommen wir den gesamten Eskimo-Social-Media-Etat. Davor wird er aus Deutschland gesteuert. Später stellt ein Journalist über Check-ins die Verbindung zwischen Peter, SPiNNWERK und mir her. Ich erzähle den Case danach immer wieder in meinen Vorlesungen.

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